Urlaub in Mecklenburg 11.-13.9.2018

Deutschland

Zwischen den Törns mache ich gern ein paar Tage Urlaub in Deutschland, um Eltern, Kinder oder Freunde zu besuchen.

Reetgedecktes Haus in Börgerende

Das Wasser in den mecklenburger Seen war nach dem langen Super-Sommer sehr wenig geworden und von den Temperaturen her schon ziemlich frisch. Ich schwamm trotzdem fast jeden Tag und wanderte mit meiner Mutter durch Wiesen und Wälder.

Wir machten auch einen Ausflug an die geliebte Ostsee, denn „Wind und Wogenruschen wern mien Kindertied…“. 

Steine und Strandgut sammeln und bewundern…

…und ein oder zwei Stückchen Torte bei „Ottilie“ in Börgerende naschen…

Die Chefin war leider grad an diesem Tag von einer Wespe gestochen und wegen Allergischer Reaktion direkt ins Krankenhaus gebracht worden. Gute Besserung!

Im Garten blühten Herbstblumen, ich pflückte Pflaumen und Hagebutten…

Wunderschön, die Farbenpracht im Herbst, dieses Aufflackern der Farben, bevor der Winter kommt.

Zum nächsten Segeltörn startete ich von Frankfurt aus und übernachtete bei meinem Sohn. Er kochte ein sehr leckeres Curry-Hühnchen-Gericht.

Es ist beruhigend für eine Mutter, zu wissen, dass die Kinder gut durchs Leben kommen 😉

Noch einen Spaziergang durch Frankfurt mit Besichtigung einer neu gestalteten Ecke der Innenstadt, dann ging es zum Flughafen hinaus….

…und auf zum nächsten Segeltörn.

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Wracks und Kefalonia 8.-10.9.2018

Mistral

Samstag 8.9.2018

Nach einem Ruhetag in der ruhigen Bucht Atheni auf Meganisi segelten wir in Richtung Lefkas.

Über dem Festland quollen malerisch die Cumuluswolken empor. Bei leichtem Wind näherten wir uns der grünen Inselwelt in der Nähe von Nidri. Kleine Felseneilande, dicht bewachsen mit Pinien bis nahe an die Wasserlinie. Wunderschön anzusehen beim Vorbeisegeln. Irgendwie wie die Ostseeschären, nur waren die Temperaturen hier so viel wärmer! 

Ein bischen erinnerten mich die Farben und die Stimmung aber auch an den Lago Maggiore.

Ich war begeistert von dem vielen Grün und den Blautönen von Himmel, Bergen und Wasser. Eine wunderschöne Landschaft!

Susanne war hier schon mal gesegelt und erzählte begeistert von der Tranquilo-Bucht. Also fuhren wir dort hinein.

Dichter Baumbestand mit schlanken Zypressen bis dicht ans Ufer, wunderschön. 

Nur leider waren dicht am Ufer viele Boote vertäut, manche sahen schon ziemlich alt aus. Und, nein, manche waren abgesoffen und hingen halb verdunken im Wasser! Auch richtige Wracks, von denen nur die rostigen Aufbauten aus dem Wasser ragten, machte ich aus. Wo waren wir hier reingeraten?

Die Bucht liegt an der Einfahrt in die große Vlicho-Bay. Rechts und links der Einfahrt waren nahe des Ufers Hunderte von Schiffen vertäut oder vor Anker. Ich fand es traurig, ein Zwischending zwischen Schiffsfriedhof und -altersheim.

Sonntag 9.9.2018

Die Nacht war ruhig. Am nächsten Morgen ruderte ein älterer Herr vom Katamaran „Emily“ freundlich grüßend in seinem Beiboot vorbei. Er bot an, unseren Müll mitzunehmen. Wir verneinten dankend, da wir abends nach Lefkas wollten und dort entsorgen konnten. Auf die Frage, wohin er denn demnächst segeln wollte, meinte er, es stehen erst noch Zahn- und Augenarzttermine an bevor es weiter nach Süden geht. 

Wir gingen Ankerauf und motorten an Lefkas Ostküste entlang nach Norden. Wir kamen am Restaurat Keramidaki vorbei, wo wir so gut gegessen hatten und tuckerten dann den Lefkaskanal bis zur Marina. Dort säuberten und räumten wir das Boot. Am Steg gegenüber lag die „Elmo“. Ich konnte mir von ihnen ein Fahrrad leihen und erkundete die Abfahrtmöglichkeiten nach Kefalonia am nächsten Morgen.

Es gab eine Fähre um 11:30 Uhr, zu der man um das ganze riesige Hafenbecken herumlaufen musste oder eine Fähre von Nidri um 9:00. Am Busbahnhof fand ich heraus, dass wir schon 7:30 Uhr mit dem Bus nach Nidri fahren müssten. Ich ließ mir von einem Taxifahrer den Preis und seine Telefonnummer geben. Dann betatschlagten wir und einigten uns auf die frühe Fähre und die Taxifahrt.

Mit den Elmos verbrachten einen netten Abend. Ich holte noch Gyros-Pita und Salat aus der Stadt. Dann leerten wir die Ginreste von Menorca und erzählten und klönten.

Montag 10.9.2018

Das Taxi holte uns direkt am Steg ab, sauste nach Nidri, wo wir Fährtickets und Salatsandwich kauften. Die Fähre legte pünktlich ab und ich hatte noch einen schönen Blick in die Einfahrt zur Vlicho-Bay. 

 Wir frühstückten auf der Fähre und genossen die Überfahrt an Lefkas Küste entlang nach Süden. Ich entdevkte schöne Buchten und Schluchten.

Dann wurde ich müde und verschlief, auf einer Bank ausgestreckt die Überfahrt nach Kefalonia. Erst das Schwanken des Schiffes in einer langen Dünung, die von der Adria reinrollte, weckte mich. 

Der Zielhafen war Fiskardo im Norden Kefalonias, eine schöne gewundene Bucht. Auch dort viele Ankerlieger, die heftig im Schwell der Fähre schwankten.

Interessantetwrise gab es keinen Anschluss mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nur 8:30 und 17:00 Uhr sollte ein Bus in die Hauptstadt fahren. Wir wanderten an der Hafenpromenade entlang, an den Auslagen der Souvenirläden vorbei und schlängelten uns durch die Tische und Stühle der Hafenrestaurants hindurch. Ein netter kleiner Urlaubsort!

Dann nahmen wir ein Taxi und hatten Glück: Dimitria, unsere blonde Fahrerin hielt an den schönsten Stellen an und erzählte uns viel von Kefalonia.

Die einstündige Fahrt an der Küste entlang war herrlich. Immer wieder neue Ausblicke in Buchten und auf Steilwände.

Berauschende Farben beim Blick in die Mythos-Bay auf Kefalonia

Über einen von Windrädern gesämten Pass rüber, dann ging es hinab in die Bucht von Argostoli. Dort quert ein Damm die Bucht und ich bat Dimitria, jns dort abzusetzen. Die paar hundert Meter könnten wir auch zu Fuß gehen und der Blick auf Stadt und Bucht war einfach schön.

Ein leichter, warmer Wind umwehte uns als wir auf dem gepflasterten Damm nach Argostoli hinüber wanderten. Das Wasser war flach und ich hielt Ausschau nach den Riesenschildkröten, die es hier geben sollte.

Und siehe da: eine schwamm langsam am Hafenkai entlang. Toll, wie sie da im flachen Wasser durch einen Fischschwarm segelte! In der von vielen Autos gesämten und von dichtem Verkehr verstopften Hafenstraße entdeckte ich einen Tankwagen, der den Diesel bis ans Boot bringt, sollte man hier am Pier festmachen. Ein netter Service.

In einem Café am Ufer gönnten wir uns noch was „Gesundes“. 

Dann suchte und fand ich die für Fußgänger schwer zu erkennende Bushaltestelle ( was nützt ein Haltestellenschild, das nur von der Straße aus gesehen werden kann?) Doch leider fuhr der nächste Bus zum Flughafen so spät, dass wir uns wieder für ein Taxi entschieden. 

Tschüß erst einmal, Griechenland!

Jeck im Mondschien – im Ionischen Meer vom 31.8. bis 7.9.2018

Mistral

Am 31.8. kaufte ich mir eine neue Bordtoilette und baute sie nach dem Frühstück ein. Das war nicht schwer, nur in dem engen Raum eine schweißtreibende Angelegenheit. Eine stundenlange Sauna sozusagen. Dann machten wir das Boot fertig zum Auslaufen. Ein Marinero drängelte schon, er brauchte den Platz.

Unter Motor steuerte Susanne kurz nach 13 Uhr die Mistral aus dem Fahrwasser auf die See, während ich die Fallen klarierte. Ich hatte alle Fallen zusammen an eine lange Leine gehakt und dann für die Zeit an Land in den Mast gezogen. So waren sie vor Staub und UV-Licht geschützt. Nun holte ich die Fallen mit der Hilfsleine wieder an Deck und schlug Großsegel und Fock an. 

Es segelte sich herrlich. Wir segelten in Richtung Lefkaskanal. Die nächste Brückenöffnung sollte um 15 Uhr sein. Wir rauschten mit raumen Wind dahin.

Vor der Kanaleinfahrt ist ein langer Sandhaken. Dort in der Nähe barg ich die Segel und wir reihten uns in die Schlange der Segler ein, die zur Brücke tuckerten. Aber die ging und ging nicht auf. Um nicht ständig im Kreis zu fahren, machte ich längsseits an der Kaimauer fest. Wir spannten Planen als Schattenspender ( ein Bimini hat die „Mistral“ ja nicht) und warteten und warteten…..irgendwo las ich dann, dass im Sommer von 13 bis 15 Uhr Pause gemacht wird. 

Um 16 Uhr war es dann soweit. Die Drehbrücke schwenkte weg und gab den Weg frei. An der Marina in Lefkas gab es etwas Wuhling, da viele Schiffe in den Hafen wollten. Wir tuckerten daran vorbei nach Süden. Aber welch eine Armada an Booten kam uns da entgegen! Ach ja, es ist Freitag nachmittag und alle Charterboote müssen zurück. 

Da hat sich aber jemand gut abgepolstert!

Dann endlich lag wieder freies Wasser vor uns und wir segelten in Richtung Süden nach Meganisi. Rauschefahrt!Im Abendlicht fanden wir eine Bucht im Osten Meganisis und machten mit Anker und Landleine fest. Am gegenüberliegenden Ufer hatte eine Flotille festgemacht. Das Kreischen der Feiernden schallte noch lange herüber. Wir saßen in der zunehmenden Dunkelheit draußen und waren so dankbar, dass hier keine Mücken schwirrten.

Samstag 1.9.2018

Wir schliefen aus, machten Frühstück und vertrieben die nervenden Wespen mit qualmendem Kaffepulver ( Kaffepulver auf ein feuerfeste Unterlage, anzünden, dann raucht das vor sich hin. Aber Achtung, das Gefäß, in dem der Kaffee vor sich hin räuchert, wird von unten heiß)

Baden, Schattenspender bauen, lesen, dösen bis der Wind am Nachmittag kam.

Nur ein Hauch bewegte sich auf der spiegelglatten Fläche, wurde aber dann zu einem frischen Wind, der uns nach Kalamos trieb. Dort in einer Ankerbucht machten wir unweit der „Elmo“ fest.

Die Mistral nähert sich. Quelle: Sarah/Elmo

Sarah und Matthias waren gerade an Land und fotografierten von dort unsere Ankunft.

„Mistral“ und „Elmo“ vor Anker, Quelle: Sarah/Elmo

Dann waren wir fest vor Anker und indessen waren die Spaziergänger zurück und kamen mit dem Dinghy angebraust.

Das war ein freudiges Wiedersehen. Es ist immer so schön, Segler wieder zu treffen. „Elmo“ und „Mistral“ hatten zuletzt auf Menorca nebeneinander geankert. 

Wir verabredeten uns zum Abendessen an Bord der „Elmo“. Matthias kochte während wir an Deck lustig schwatzten.

Der Tisch war gut gefüllt und wir langten kräftig zu. Lecker!

Der Nachtisch war eine sehr bunte Mischung

Am späten Abend wollten  Sarah und Matthias nach mehr als einem Jahr ihre zerfranste Kölner Flagge wechseln. Dazu Karnevalsmusik – es wurde lustig auf dem Vorschiff. 

Freunde hatten für ein paar Dosen Kölsch gesorgt, ein paar Tropfen bekam auch „Elmo“ ab.

Matthias nahm die altgediente Flagge ab und dann hißte er die nagelneue strahlend rot-weiße Flagge unter Gesang von „Zusammenstahn..“. 

Wir wünschten Glück für das nächste „Elmo“-Jahr.

Susanne aus Hamburg ertrug schmunzelnd die gesangesfreudige Nacht mit Karnevalsmusik. Ein Franke, eine Siegerin und eine mecklenburger Deern, die alle ein paar Jahre in Köln gewohnt haben, trafen im ionischen Meer zusammen und schunkelten, sangen und tanzten an Deck der „Elmo“. Der Mond sah zu.

 JECK IM MONDSCHIEN !!! 

Ich brachte zu später Stunde dann noch meine Version des Song die „Räuber“:

„Ick bin eene Segler, lieb Martinchen,

Ick bin eene Segler durch und durch.

Ick kann nich bleiben,muss weitersegeln.

Ick bin eene Segler, mach mir keen Sorch.“

Sonntag 2.9.2018

Nach ein paar Böen in der Nacht erwachte der nächste Tag wieder mit schwachem Windhauch. Wir blieben noch in der Bucht und badeten, ich schnorchelte am Ufer lang und entdeckte mehrere Octupusse. Matthias hatte mir den ersten gezeigt, einen Babyoctopus nahe einer Felsspalte. Bunte Fische trieben sich in seiner Nähe herum. Ein anderer sah mich mit seinen gelben hervorstehenden Augen neugierug an, als ich über seiner Felskante dahin glitt. Dann duckte er sich und verschmolz farblich mit Felswand und Korallen.

In der Nähe des, nach einem Erdbeben, verlassenen Dorfes war die Wasseroberfläche eiskalt ( na ja, gefühlt eiskalt), darunter im Wasser Schlieren. Da trieb doch irgendwoher Süßwasser nach oben! Aber ich fand die Quelle leider nicht.

Matthias und Sarah starteten am Nachmittag ihre Drohne. Beide waren aufgeregt, so oft hatten sie das noch nicht gemacht.

Nach ihrem Rundflug über unsere Schiffe landete die Drohne wieder heil in Sarahs Händen. Puh, war die Landung aufregend, denn die Drohne erkennt Hindernisse und will ihnen nicht zu nahe kommen. Aber am Heck eines Schiffes sind deren viele.

Und dann diese Bilder!

Quelle: „Elmo“ Sarah und Matthias

Quelle: „Elmo“ Sarah und Matthias

Quelle: „Elmo“ Sarah und Matthias

Abends brachten wir alle etwas von unseren Vorräte zusammen und aßen gemeinsam Salate und gebratenen Feta. Einfallsreich, wie Segler sind, machte Sarah das Paniermehl aus kleingeriebenen Krackern.

Dazu sahen wir Ankerkino, das drei Schiffe unter türkischen und französischer Fagge in der Bucht veranstalteten. Sie suchten über eine Stunde lang in der Bucht nach Ankerplätzen.

Wieder gab es Böen am Abend und in der Nacht. Aber der Anker hielt gut, nur der Mast wackelte etwas und der Wind heulte in den Wanten. Der Franzose hinter uns ging auf Drift und ich tutete ihn gegen 1 Uhr wach. Sein Anker hielt dann irgendwann.

Montag 3.9.2018

Am nächsten Morgen holte der Franzose  seinen um die eigene Kette gewickelten Anker voller Seegras hoch. Hatte der ein Glück, dass die Böen nachgelassen hatten! So hatte nur das Kettengewicht das 45″-Boot an Ort und Stelle gehalten.

Als wir dann bei Tee und Kaffee im Cockpit saßen kam eine Flotille unter finnischen Flaggen aus Katamaran und drei Segelbooten. Sie machten aneinander fest, sprangen juchzend ins Wasser, badeten und feierten. Dann kam eine Bö….und der ganze Pulk trieb auf ein ankerndes Segelboot zu.

Die bekamen zum Glück irgendwie schnell noch den Anker hoch und fuhren davon. Danach löste sich der Pulk auf und die Boote ankerten vernünftigerweise einzeln. Doch nun düsten sie mit den Beibooten durch die Bucht.

Wir gingen auch ankerauf und segelten ums Eck zur nächsten Insel, Kastos. Da war mir auf Satellitenbildern eine interessante Bucht ins Auge gefallen, die steuerten wir an. Kein Boot weit und breit, sandiger Grund und eine interessante Felskulisse. Genau das Richtige für die „Mistral“ und ihre Crew.

Ich schwamm und Susanne übte sich im Rudern des Dinghys an Land. Dort gab es leider, wie oft in solchen wilden Buchten, viel Plastikmüll am Strand.

Ich würde liebend gern was davon sammeln und entsorgen, wenn ich mehr Platz hätte und wüßte, wohin damit. So aber suchte ich nur einen Weg auf den Felsen. Ich fand einen Ziegenpfad, der durch stacheliges, knöchelzerkratzendes Gesträuch am Ufer entlang aufwärts führte.

Aber für diesen Blick hatte sich das Klettern gelohnt. „Mistral“ schwebt in einer wunderschönen Bucht.

Der Blick zum Festland hinüber war durch die warmen Abendsonnenstrahlen voller klarer Farben. Ich konnte mich fast nicht sattsehen.

Die Sandsteinplatten, die schräg gefaltet waren, boten lustige Skulpturen am Strand. Susanne fand ein Krebsskelett. Ich nannte es Prinz Albert. Guckt das Kerlchen nicht immer noch lustig in die Welt?

Am Strand lagen so schöne rundgeschliffene Kieselsteine. 

Einer schöner als der andere. Aber da ich ja nur begrenzt Platz habe an Bord, blieben sie am Strand zurück. Mir bleiben Fotos und die Erinnerung, wie schön sie sich anfühlten in der Hand.

Dienstag 4.9.2018

Wir wollten mal wieder in einen Hafen, um die Vorräte aufzufüllen. Also starteten wir etwas früher als sonst, setzten Genua und Großsegel und steuerten die Insel Ithaka an. Auf der soll, laut Homer, Odysseys gewohnt und geherrscht haben, wenn er dann mal da war.

Auf halber Strecke liegt die Insel Atokos mit der „One house bay“. Da lagen jede Menge Schiffe vor Anker. Hinter der Insel nahm der Wind zu, so sehr, dass ich das Großsegel reffte und die Genua gegen die Sturmfock tauschte. Trotz dem fuhren wir mit 5 kn auf Ithaka zu. Wir überlegten, ob wir in eine Bucht gehen oder in den Hafen Vathi fahren sollten. In Vathi würde der Wind reinblasen. Aber die Vorräte waren alle und der Wind sollte am nächsten Tag auffrischen, also in den Hafen.

Hui, da blies es aber ordentlich. Es gab kaum noch freie Plätze am Westufer, wo die Boote mit Buganker und Landleinen rückwärts am Kai lagen. Gleich am Kai verlief die Straße, wo sich der Verkehr wälzte. Da gefiel es mir nicht. Auf alle anderen Kaiplätze stand der frische Wind und trieb die Wellen daran. Nein, Legerwallsituationen mag ich auch nicht. 

Wir ankerten auf 5 m Wassertiefe auf Schlickgrund, der sehr gut hielt. Die Wellen, die sich am Betonufer brachen, kamen als Kreuzwellen zurück und erzeugten ein sehr kabbeliges Wasser.

Trotzdem wagten wir uns mit meinem winzigen Dinghy an Land. Damit ich rudern konnte bastelte ich aus einem Fender eine Heckbank für Susanne. Den und meinen Ruderbankfender konnten wir dann gut gebrauchen, um das Dinghy bei dem Schwell heil am Betonkai festzumachen.

Foto: Susanne T.-L.

Den Einkauf brachte ich schnell an Bord, dann zurück zum Abendspaziergang. An der Station der Coat Guard fragte ich, ob ich hier die „Dekpa“, die griechische Fahrtgenehmigung bekäme. Ja, aber erst zur Bank, dann zur Behörde, dann wieder zur Coast Guard. Der Marinero gab mir für den nächsten Tag und den Behördengang einen rosa Zettel mit Notizen mit und wies auf die Versicherungsunterlagen hin, die in englisch oder griechisch vorliegen müssen.

 Wir wanderten durch enge Gassen und nette Durchgänge durchs Städtchen und hinauf zur Kirche.

Mittwoch 5.9.2018

Die Nacht war durch das Kabbelwasser etwas unruhig, erst gegen Morgen wurde es besser. Nach einem Kaffee ruderte ich an Land und fragte mich mit meinem rosa Zettel in der Hand durch. Nach ein paar Fragen hatte ich herausgefunden:

  1. Zur Bank, 50€ einzahlen und einen Bankcheck auf weißem DIN A4 bekommen
  2. Zum Amt, den Bankcheck abgeben und eine blaue DIN A4 Seite mit der Bestätigung erhalten, dass 50€ für die Dekpa fur das Schiff „Mistral“ gezahlt wurden
  3. Zur Coast Guard, die blaue Bestätigung abgeben, alle Papiere wie ID, Bootsschein, Skipperlizenz, Versicherungsschein vorlegen. 
  4. Die zehnseitige Dekpa erhalten, alle Papiere einsammeln und danked verabschieden.

Alles in allen hat das zwei Stunden gedauert. Am längsten saß ich noch in der Bank, aber die war klimatisiert. 

Leider hatte zum Mittag der Wind wieder aufgefrischt. So beschlossen wir, zu bleiben und einen Lesetag einzulegen. Daraus wurde nichts, da die Bank anrief und bat, die Quittung zurückzubringen. Sie hatte mir nicht die richtige ausgegeben.

Also fuhren wir wieder an Land, ich erhielt die richtige Quittung (Ordnung muss sein in den Bankunterlagen) und wir machten uns einen schönen Nachmittag mit Creoes und Smoothies an Land. 

Wir hatten den Rückflug nach Deutschland von der Insel Kefalonia gebucht. Aber es war dort kein Hafen ausfindig zu machen, in dem ich mein Schiff ruhig eine oder mehrere Wochen liegen lassen konnte. Blieb nur Lefkas. Aber wie kommt man am Besten von Lefkas nach Kefalonia, so dass wir den Fliegen am spaten Nachmittag kriegen?

In der Stadt gab es ein Fährbüro, das hatte aber von 14:30 bis 18 Uhr Mittagspause. Also schlenderten wir durch die Souvenirläden und fragten dann um 18 Uhr nach Fährverbindungen von Lefkas nach Kefalonia. Ein mürrischer junger Mann saß hinterm Thresen und antwortete recht unverständliches Zeugs. Direkt auf den am Tor angeschlagenen Fahrplan verwiesen, bestätigte er uns, dass es eine Fähre direkt von Lefkas Stadt nach Kefalonia gäbe. Busauskünfte fur die Weiterfahrt vim Hafen zum Airport hätte er nicht.

Also googelten wir im freien WLAN der Stadt und fanden aber so recht keine zum Fährplan passende Busverbindung. Trotzdem reservierte ich den Liegeplatz für mein Boot ab Sonntag in Lefkas. Irgendwie wirds schon klappen.

Die Rückfahrt zum Boot war eine ziemlich feuchte Angelegenheit in halben Meter hohen Kabbelwellen. Besorgt beobachteten uns die Bootsbesatzungen der Nachbarschiffe. Wir kamen zwar nur langsam aber sicher voran und hatten irgendwann die „Mistral“ erreicht.

Donnerstag 6.9.2018

Was für eine Nacht! Entgegen der Vorhersage frischte der Wind gegen halb vier Uhr auf und ließ die Mistral am Anker tanzen. Das Reitgewicht hatte sich gelöst, ich hing es wieder an. Aber an der straff gespannten Leine hatte es fast keine Wirkung. Wir lagen im Cockpit und hielten Ankerwache. Manche der Wellen, die der Wind durch die Bucht trieb hatten fast einen Meter Höhe. Schaumkronen brachen sich zischelnd und schnorchelnd im Vorbeijagen. Das Vorschiff tanzte und der Wind kühlte. Mir war so kalt, dass ich die Fleecejacke, eine lange Hose und Socken anzig. Trotzdem brauchte ich noch eine Decke und die hochgeklappte Sprayhood, um nicht im Windchill zu frieren. Dunkle Wolken verdeckten ab und zu die Sterne, aus einer regnete es auch mal ein paar dicke Tropfen.

 Als der Wind gegen 6 Uhr nachließ, verholten wir in die Kojen und schliefen noch mal tief und fest.

Bei Tageslicht sah die Welt viel schöner aus. Frühstück, Boot klarmachen und ankerauf! Das Reitgewicht hatte sich leider noch mal gelöst und war im Meer verschwunden. Muss ich mal gucken, ob ich so ein schön schweres Metallteil bekomme.

Mit Fock und gerefftem Großsegel ging es wieder in Richtung Meganisi. Wir lagen nicht besonders schräg, fuhren aber 5-6 kn. Wir kamen einen Segler vor uns näher, der sich in den Böen immer sehr schräg legte. Der war total übertakelt. Allerdings ließ der Wind auf halber Strecke wieder etwas nach, da passte seine Besegelung und er zog davon. An der Südspitze von Meganisi segelten wir ihn noch mal aus. Da kamen Winddreher, die für uns günstiger waren. Dann aber kam der Wind genau von vorn und wir motorten zum Laden der Batterien die letzte Stunde zur Ostküste von Meganisi.

Dort ankerten wir in meiner kleinen Bucht vor zwei Booten, die mit Buganker und Landleinen fest waten. Mein Anker umd dessen Kette lagen aber sehr nahe an einem der anderen, außerdem im Seegras. So wollte ich nicht über Nacht liegen bleiben. Also Anker hoch und in die nächste Bucht. Dort fuhren wir die lange Reihe, der an Land festgemachten Schiffe entlang. Deren Buganker lag teilweise auf 20 m Tiefe. Also weiter hinein in die Bucht. Ganz am Ende brachten wir dann den Anker aus, fuhren rückwärts, bis Kette und Leine zuende waren. Dann schwamm ich mit einer langen Leine an Land und band die an einem Baum fest. Susanne holte die Leine stramm und belegte sie. Noch eine zweite Leine über Kreuz und rückwärts Schub, um den Anker einzugraben. Dann  lagen wir sicher und ruhig. 

Freitag, 7.9.2018

Die Nacht war so herrlich ruhig! Dann ein Bad am frühen Morgen in spiegelglatter See. 

Ich schnorchelte zur Untiefe, aber die war nicht interessant. Ein paar bewachsene Steine und Sand. 

Dann aber sprangen Fische übers Wasser, Seenadeln gejagd von drei großen Räubern. Immer wieder ertönte lautes Platschen, wenn der ganze Schwarm über das Wasser der Bucht sprang.

Ganz nah am Boot und drunter durch. Spannend!

Dann kam Vassili mit seinem Boot in die Bucht und bot Fisch an. Wir winkten ihn heran und ließen uns zwei kleine Bonitas geben. 

Er nahm uns die Fische auch gleich aus. Nachdem wir sie gewässert hatten, filetierte ich sie am Strand vom lauten Miezen einer sandfarbenen Katze begleitet. Sie schlich sich mit den Gräten, Schwänzen und Fischköpfen in den Schatten und schmatzte dort vor sich hin.

 Nach dem Mittagsschlaf und ausgiebigem Baden am Nachmittag briet ich die Steaks mit Gemüse. 

Das Schmoren und Anbraten der Steaks ging dermaßen schnell, das genußvolle Essen dauerte länger. Passend dazu einen Schluck Retsina. Leider mögen die Wespen auch gerne Fisch. Dagegen hilft nur schmokendes Kaffeepulver.

Die Speisereste bekamen die Fische der Bucht, flink waren sie da und rissen sich darum. Morgen werden sie von den Bonitas gejagd. Die wiederum landen in Vassilis Netzen und dann wieder auf irgendjemands Teller. Die Katze am Strand wartet schon. 

Arbeiten an der Mistral an Land und Ausflug nach Lefkas 23.-30.8.2018

Mistral

Am 22.8.2018 abends  fuhr ich von Waren nach Berlin. Dort hatte ich ein Hotel gebucht, da mein Flieger nach Preveza am frühen morgen ging. Auf dem Weg zum Hotel kam ich am Bundesrechnungshof vorbei. Über dem Eingang werden Deutschlands Schulden angezeigt. 

Ich brauchte ein wenig, um die Anzeige zu verstehen. 1,9 Billionen € Schulden. Aber jede Sekunde werden  die Schulden um 78 € weniger.

Wenn ich aber richtig rechnete, würde es bei diesem Tempo 791 Jahre dauern, sie zu tilgen. Welch ein Irrsinn. Wer hat da bei wem eigentlich Schulden und wieso stehen wir, ich und du und du und du mit jeweils 23540€ in der Kreide stehen. Bei wem und weshalb?

Das Luise Art Hotel war eine nette Überraschung. Eine knarrende, knarzende Holztreppe führte hinauf in den dritten Stock zu meinem Zimmer, das wie ein S-Bahnwagon (Holzklasse) gestaltet war. 

Jedes Hotelzimmer ist von einem anderen Künstler gestaltet. Leider fuhr alle paar Minuten neben dem Hotel eine echte quitschende, rasselnde S-Bahn vorbei. Es vibrierte das ganze Haus. Ich hab trotzdem gut geschlafen.

Um 6:45 Uhr flog ich von Tegel nach Preveza. Mittags landete ich dort, fuhr zum Boot und lüftete. Das Boot machte einen guten Eindruck, kein muffiger Geruch innen. Ich hatte einen netten Kontakt per Mail zu dem hiesigen Schiffsausrüster und holte meinen bestellten Epoxyspachtel und das Antifouling ab. Dann spritzte ich das Unterwasserschiff mit Wasser ab. Als ich im kleinen Minimarket auf dem Marinagelände einkaufen war, trocknete der Rumpf. Am frühen Abend spachtelte ich die Osmoselöcher zu. Dabei entdeckte ich noch ein paar osmoseverdächtige feuchte Stellen.

Die Nacht war heiß!!! Die Sonne hatte das Boot am Nachmittag aufgeheizt. Die Abendbrise war abgeklungen. Wegen der Mücken aus dem benachbarten Sumpfgelände mussten die Moskitonetze vor Luken und Türen dranbleiben. Die ließen keinen Hauch durch. Schlafen in der Sauna war das Motto.

Am nächsten Tag fragte ich im Office nach einem Krantermin und erhielt einen am 30.8. Oh! Noch so lange warten? Ich hatte mit dem 26.8. geliebäugelt, weil am 28.8. Susanne aus Hamburg kommen und mitsegeln wollte. Na ja, als ich über die erste Enttäuschung hinweg war, kam mir die Zeit gerade recht. So brauchte ich nicht zu hetzen und es gab ja noch viel zu tun.

Nachmittags spachtelte ich noch einmal über ein paar Stellen drüber, dann abschleifen und abends konnte ich eine Rumpfhälfte streichen. Ich hatte noch Antifouling (AIII classic von Lackfabrik Wohlert) vom Mai letzten Jahres übrig. Das rollte ich auf die Steuerbordhälfte des Rumpfes, auf Kiel und Ruder.

Am nächsten Tag kam das neue Antifouling ( International Micron 350) in zwei Schichten auf die Backbordseite des Rumpfes. Nun bin ich gespannt, welches Antifouling länger funktioniert.

Ach, das war ein schönes Gefühl, den Rumpf wieder samtig schwarz zu sehen und über die glatte Fläche zu fühlen. Auch der Propeller und der Saildrive erhielten einen Antifoulinganstrich. Da sie aber aus Aluminium sind muss ich dort kupferfreie Farbe verwenden. 

Nur an Land kann ich das Getriebeöl des Saildrives (S110) wechseln. Dazu muss unterhalb die Ölablass-Schraube entfernt werden und das Altöl, eine bräunliche Brühe aufgefangen werden. Das war bald erledigt.

Am Abend zog von Lefkas ein Gewitter herüber. Beeindruckende Wolken wälzten sich am Abendhimmel.

Das Gewitter brachte rine Abkühlung, auch dernächste Tag war wegen Bewölkung ganz angenehm.

Ein Problemkind der letzten Monate war die Toilette gewesen. Sie pumpte weniger Frischwasser rein, als Toilettenwasser raus und stank manchmal sehr beim Pumpen.

Ich nahm sie, gut behandschuht, auseinander, reinigte sie und die Einzelteile. Dann setzte ich alles wieder zusammen und bastelte noch ein Brett darunter, damit sie insgesamt höher kam. Das ganze dauerte mit Einbau einen ganzen Tag und das Chaos im Schiff war unbeschreiblich. Hatte ich doch Werkzeug und Schrauben und Schellen aus allen Schabs und Schachteln gebraucht.

Dann hatte ich am 28.8. Zeit, das Boot aufzuräumen und zum Flughafen zu fahren. Susanne landete gegen 18:30 Uhr und wir fuhren mit einem Leihwagen zur Cleopatra Marina.

Dort hatte ich ein Zimmer reserviert, denn zu zweit auf dem aufgeheizten Boot an Land und immer über die Leiter hoch und runter, das ging nicht. Herrlich, ein sauberes, geräumiges, klimatisiertes Zimmer!

Das Hafenkino gab es gratis dazu. Von unserer Terrasse hatten wir einen prima Blick auf das Treiben im Hafen.

Abends saßen wir am Wasser und genossen die griechische Vorspeisenplatte im Restaurant. Leider kamen fiese kleine Mücken und stachen unbemerkt zu. Ich hatte Autan mit, aber diese Plagegeister entdeckten jeden, nicht geschützten Fleck der Haut. 

29.8.2018

Wir machten an diesem Mittwoch eine Inselrundfahrt über Lefkas. 

Frühstück gab es direkt am Kanal in Lefkas-Stadt. Dann kurvten wir zu einem Kloster in die Berge und genossen den  Ausblick.

Auch das Kloster war schön, der Innenhof liebevoll gestaltet.

Wir fuhren weiter die Küste entlang und genossen den Anblick des Meeres von oben. Das Wasser hatte so herrliche Farben, Grün- und Blautöne in allen Schattierungen! 

Wir konnten uns gar nicht sattsehen.

Die Straßen waren kurvig, aber gut ausgebaut. Nuf manchmal wurde es eng:

Wir machten im Süden Lefkas, im Ort Vassiliki Badestop. Dort wird an einem größeren Marinagelände gebaut. Ob die im nächsten Jahr schon fertig wird? Mal sehen. Hoch oben hatten wir auf der Rückfahrt einen Stop mit Blick in die Šivota-Bucht, wo ich vor 7 Wochen an einem Steg nach der Überfahrt von Italien und Antipaxos festgemacht hatte.

Noch ein Stück weiter die Straße entlang blickten wir in die Vlicho-Bay, eine riesige, von allen Seiten geschützte, flache Bucht. Irre, wie viele Boote da drin lagen!

Dann entdeckten wir ein schönes Restaurant, Keramidaki. Scampi in Knoblauch, Lamm in Rotweinsoße und Octopus in Essig eingelegt! Hmmm, Gaumenfreuden. Ich nutzte das Wlan des Restaurant und fragte bei Matthias und Sarah von der „Elmo“ nach, wo sie seien. Lustigerweise waren sie in einer Bucht am Festland, unsetem Restaurant genau gegenüber. Ich konnte dort Masten erkennen und bat Matthias, doch mal mit dem ihren zu wackeln.

Auf der Rückfahrt erledigten wir kurz vor Ladenschluss den Großeinkauf. Die meisten Sachen ließen wir dann im Wagen, nuf die zu kühlenden Sachen, wie Käse und Bier kamen im Zimmer in die Minibar.

30.8.2018

Um 13 Uhr am Donnerstag war es dann soweit. Die „Mistral“ kam wieder ins Wasser. Aristidis, der Kranführer sprach perfekt deutsch und klärte auch mit den Marineros, dass wir noch zum Beladen des Bootes in der Marina bleiben können.

Susanne T. und Aristides

Nachdem klar war, dass kein Wasser ins Boot kam, löste die Lifting Crew die Gurte unter „Mistral“ und ich fuhr an den Steg.

Wir entluden das Auto und brachten unser Gepäck an Bord. Dann ging Susanne duschen und im Minimarket einkaufen, während ich den Leihwagen zum Flughafen brachte. Mit dem Klappfahrrad ging es zurück zur Marina. Gut, dass der Flughafen Preveza nur 2 Kilometer von der Marina entfernt ist.

Nun hätten wir eigentlich ablegen können, aber beim Testen der Toilette entdeckte ich, dass Wasser am Toilettenfuß herausgedrückt wurde. Schrauben nachziehen half nicht, also ausbauen!

Ich schwitzte und dicke Tropfen kullerten von Stirn und Rücken als ich, vor dem engen Bad knieend, die Toilette ausbaute. Auf dem Steg nahm ich den Fuß auseinander. Die Dichtung hielt nicht. Ein Marinero kam und fragte, ob wir über Nacht blieben. Notgedrungen, ja, wegen Toilettenproblem.

Ich hatte die Nase voll und kaufte am nächsten Morgen eine neue Toilette bei Michalis, dem Schiffsausrüster. Noch ein neues Brett anpassen, mit Farbe einsprühen, aufschrauben, Anschlüsse festschellen und juchuuu, ein leichtgängiges, pumpendes neues Klo im Schiff. Uff, geschafft. Nun kann es losgehen. Ionische Inseln, wir kommen!

Action! Segeltörn mit jungen Leuten vom 11.8.-18.8.2018

Segeltörns

Mein Reiseveranstalter hatte organisiert, dass ein anderer Skipper und ich für diese Woche die Schiffe tauschen sollten. Das neue Schiff sollte ein Katamaran sein und direkt in Pula in der ACI Marina liegen. 

Meine vorherigen Gäste hatten mir die App Uber schmackhaft gemacht. Ich fuhr also am Samstag zum ersten Mal mit Uber. Das klappte hervorragend. Lustig, weil in der App zu sehen war, wo das Taxi gerade entlangfuhr. Auch die Informationen, die ich zu Fahrer, Auto und Ankunft erhielt, waren klasse. Da kann sich der normale Taxidienst was abgucken.

Ich kam am Samstag nachmittag in Pula an, da war die neue Crew schon einkaufen. Von der Vercharterfirma erfuhr ich, dass der Katamaran nur für 8 Personen zugelassen ist, wir waren aber neun. Also gab es viel Palaver, Hin- und Hertelefoniererei bevor wir ein größeres Schiff erhielten, eine Jeanneau 53 mit viel Platz und 5 Kabinen. Das Schiff wurde noch gereinigt. Erst danach konnten wir den Einkauf verstauen und den technischen „Check in“ machen. Dann endlich essen! Ich fand es schade, dass die jungen Leute gleich bei ihrem ersten Segeltörn so einen ärgerlichen Start hatten. 

Sie hatten eine gute Gaststätte in Pula ausfindig gemacht. Bei Speis und Trank lernten wir uns endlich kennen. 
Nachts schallte sehr laute Rockmusik und Gesang aus dem Amfiteatra. Es war heiß in den Kabinen, fast nicht zum Aushalten. Die hinteren Kabinen haben nur ganz kleine Fenster, durch die kaum Luft geht. Warum, zum Teufel denken die Designer der modernen Yachten nicht an Lüftung und Luftzirkulation? Und was sollen die vielen Stufen im Salon? Ständig steigt man hoch und runter oder fällt im schlimmsten Fall! (Sorry, das musste ich mal loswerden!)

Am Sonntag nach dem Frühstück die Sicherheitseinweisung und endlich raus aufs Meer! 

Flott ging es ums Kap Kamenjak herum in die Bucht von Medulin. Dort ankerten wir am Nachmittag vor der Insel Levan und badeten, tauchten und ließen das Beiboot zu Wasser. Eine kurze Einweisung, dann tuckerte das Dinghy und wir setzten über zum Abendessen.

Am nächsten Morgen war es windstill, also Motor an und rüber über den Kvarner. 

Unterwegs stoppten wir in Sichtweite des Leuchtturms Galijola. Herrlich, dieses weiche und absolut blaue Wasser!

Da die Fender zur Absicherung beim Schwimmen noch draußen waren, hielten sich zwei daran fest und ließen sich ziehen. Das Wasser spritzte und zerrte an den Fenderreiten. Wir fuhren bis“Stop“ gerufen oder losgelassen wurde, immer schneller.
 Die zwei Stärksten hielten sich noch bei 6kn Fahrt fest! Aber die Welle, die sie dabei erzeugten war heftig. Bauch- und Beinmassage war das auch noch.

Wir motorten dann an der Westseite der Insel Unije vorbei. Eine steile Felswand steigt hier aus dem tiefen Meer. 50 Meter vor der Küste war es noch 40 m tief!
Ein kleines Inselchen liegt westlich vor Unije. Dort ankerten wir über karibisch grünem Wasser, badeten und schwammen um die Insel. An deren Nordseite fällt der Felssockel so steil ins Meer, dass ich oben schwimmend weiter unten ganze Fischschwärme stehen sah. Ein fantastischer Anblick ins tiefe Blau. Faszinietend und beunruhigend. Im Kino oder vor dem Fernseher sitzend ist es spannend von flachen Unterwasserfelsen weiter in die Tiefe zu sehen, wo dann die spannenden Abenteuer, Wracks oder Ungeheuer lauern. Aber selbst an einer solchen Kante entlang zu schwimmen….da kribbelt es schon. Oder ging meine, ausgesprochen sehr gut entwickelte, Phantasie mit mir durch?

Von da unten kam kaltes Wasser empor, die oberen Wasserschichten wurden von der Sonne gewärmt. Beim Umrunden der Insel schwamm ich durch kalte, warme und, an einer flachen Stelle, sogar durch heiße Wasserschichten.

Am frühen Nachmittag fuhren wir nach Mali Losinj rein. Unwetter waren angekündigt. Von früheren Besuchen wusste ich, dass man nicht reservieren kann und früh im Hafen sein sollte. Aber so früh wir auch da waren, der Hafen war voll! Ein irres Gedrängel und Gekreisel von Motor- und Segelbooten vor dem Steg, auf dem die Marineros fuchtelnd standen.
Ich rief noch in der gegenüberliegenden Marina an, aber die waren auch voll. Also schnell in die nächste Bucht, Artatore, bevor die überfüllt wurde. Erst der dritte Ankerversuch klappte. Meine junge Crew bewies viel Geduld! Ich rief im Restaurant Eki an und bestellte einen Tisch für 9 Personen. 

Als wir übergesetzt hatten und durch den Ort wanderten, erinnerten sich Gerri und Petra, dass sie schon mal in genau diesem Ort Urlaub gemacht hatten. Sie erkannten auch ihr Ferienquartier wieder. 

Das Essen war Spitze! Große, sehr schmackhafte Portionen und aufmerksame Bedienung.

Im Dunklen wanderten Daniel und ich  zum Dinghy und fuhren zum Schiff zum Nachtanken. Das war leider sehr nötig, ging uns doch nach ein paar Metern der Sprit aus und ich musste rudern (mach ich ja lieber als zu tuckern, wie aufmerksame Leser wissen).

Dann holte ich den Rest der Besatzung und die Einkäufe von Land ab.

Am Montag Morgen starteten wir wegen der Wespenplage ganz früh und ankerten Nahe der flachen Durchfahrt nach Mali Losinj. Wir sahen keine Schiffe den Hafen verlassen. Ich versuchte wiederholt, den Hafen zu erreichen, auch andere Häfen, aber alle waren voll, wegen des schlechten Wetters! Ja, deshalb wollten wir ja auch sicher anlegen. Außerdem die Vorräte auffrischen und, was das Wichtigste war, Duschen und eine richtige Toilette!

Eine Bucht auf Cres fand ich, wo laut Besitzer ein Schwimmsteg mit Strom und Wasser wäre, nein Duschen hätte er nicht, Toilette ja. Also auf nach Cres! Schon türmten sich Wolken im Süden. Einen Schlag nach Süden gegen den Wind, den die Jungs vor allem wegen der überkommenden Gischt genossen.

 Allerdings merkten sie da vorne auch die Wucht des Wassers und kamen einer nach dem anderen pudelnass ins Cockpit.

Als wir die Südspitze von Mali Losinj umrundet hatten schoben uns Wind und Welle nach Norden, nach Cres. Nur leider kam aus Westen gerade eine Gewitterschauerwolke gezogen. Da wollte ich nicht hineinfahren und hielt das Boot, langsam fahrend leicht schräg mit dem Bug zu den Wellen. Diese wurden aber immer größer, da der Wind aus Süden Zeit hatte, sie auf zu türmen. Dann schlug die Seekrankheit zu! Der Eimer musste her.

Als das Gewitter fast durch war fuhren wir schaukelnd weiter, geschoben von den Wellen. Die halbe Stunde bis Cres wurde für die Seekranken zur Hölle und für uns anderen zur Riesenschaukel. Warfen die schräg von Steuerbord kommenden Wellen doch sogar dieses Riesenschiff hin und her. Kurz vor der Einfahrt in die Bucht Pogana noch einmal hohe Wellen, dann waren wir drin. Aber wo war der Steg? Rechts, wo ich Restaurant und Campingplatz wusste, war nichts. Durch die Ankerlieger kurvend, rief ich noch mal an. Der Steg war links! Am Ende der am Stehg liegenden Schiffe legten wir an. Unser starker Nils griff sich die Mooringleine und hielt das Schiff im Wind. Dann waren wir fest. In Regen und Wind fragten wir nach der Toilette, aber da war nichts! 

Da es immer noch regnete, wollten wir Nudeln kochen. Die Tomatensoße fanden wir, aber wo waren die Nudeln? Sie blieben genau so verschwunden, wie die Melonen und andere Sachen, die wir schon seit zwei Tagen vermissten. Laya bat auf den Nachbarboten um Nudeln und kam mit Spagetti und Bandnudeln zurück. So kamen wir danke der Hilfsbereitschaft der italienischen und kroatischen Nachbarn noch zu unserem Gewitteressen. Dazu gab es Salat und Eier.

Am Nachmittag machte sich ein Teil der Crew auf, um um die Bucht herum zu wandern. Auf der anderen Seite lockte ein Restaurant mit Toilette. Abends machte sich dann der Rest auf, um mit dem Dinghy hinüber zu fahren. Sie blieben lange weg. So hatte ich einen erholsamen Leseabend. Gegen 21 Uhr hing ich schon mal eine Laterne auf den Bug, damit die Heimkehrenden auch das richtige Boot ansteuern konnten.

Am nächsten Tag war Ostwind angesagt und wir motorten gegen den abflauenden Wind nach Rab hinüber. Stadtbummel und gute Sanitäranlagen standen ganz oben auf der Wunschliste. Vor der Stadt ankerten wir, um noch einmal zu Baden.
Dann hinein in den Hafen, Duschen und  und Stadtbummel. Ich suchte das Eiscafé Conte Nero und wählte ein leckeres Eis, das allerdings so groß war, dass mir zwei meiner Crew dabei helfen mussten.

Die Stadt hat viele schöne Ecken. Ich wanderte herum und schaute und staunte.

Hauseingang wie ein Bilderrahmen


Aus dieser Kirche schwebte Gesang heraus

Hauswand

An der Spitze der Stadt, die ins Meer ragt, entdeckte ich diesen kleinen Park hinter Mauern:

Dann setzte ich mich an den Hafen und sah die Mona Lisa, meinem Schiff der letzten drei Wochen, beim Einlaufen zu.

Abends traf ich meine Crew im Restaurant Astoria. Dann war Bummel und Shopping angesagt. Die Stadt brummte vor Leben. Über den Hafen schallte Musik.

Am nächsten Tag war für 11 Uhr Ablegen geplant. Das schafften wir auch. Meine Crew hatte gestern Nacht in der Stadt nette Engländer kennengelernt, die kurioserweise am Steg uns gegenüber lagen. Ich erzählte ihnen von meinen heutigen Plänen und sie wollten mit.  Auch der Skipper der Mona Lisa schloß sich uns an. Ups, da hatte ich plötzlich eine kleine Flotille formiert. 

An der Insel Oruda ankerten wir alle und schnorchelten. John ließ seine Drohne steigen und schickte mir dann ein Video vom Überflug.

Toll, wie gut der Ankergrund zu erkennen ist. Mein Anker liegt in dem großen hellen Sandfleck vorm Bug. Die dunklen Flecken sind Seegras.

Am Nachmittag kam leichter Wind auf und wir konnten endlich richtig segeln. Action an Bord! Wir segelten südlich um Mali Losinj herum und wollten danach aufkreuzen….doch es machte whupp und das Fall des Vorsegels riß. Das Segel hing in Falten am Vorstag. Ich ließ den Rudergänger den Motor starten und leicht am Wind fahren, dann holten wir zu fünft das Vorsegel an Deck. 

Der Gurt, der oben am Vorsegel angenäht war, war abgerissen.  

Schade!

Bis in unsere Bucht Balvanida war es aber nicht mehr weit. Allerdings benötigte ich vier! Ankerversuche, ehe der Anker richtig hielt. Dann musste auch noch eine lange Landleine ausgebracht werden, die sich am Grund verklemmte. Als sie endlich frei und zwischen Boot und Land straff gespannt war, ging schon fast die Sonne unter. Unsere Klippenspringer kamen trotzdem zim Sprung. Von der Steilwand oberhalb der Grotte sprangen Karolina, Gerri und Nils mehrmals, gefilmt von Gopro und den Kameras an Bord.

Dann setzten wir über und wanderten zum Restaurant. Wir hatten ofengebackenes Lamm und Oktopus vorbestellt. Rauchend stand die steinerne Konoba in einem Olivenhein und erwartete uns. 

Wegen der vielen Wespen in den Weintrauben über den Tischen, trugen wir diese hinaus ins freie. Dann kamen die Getränke und die riesigen Fleisch- und Oktopusplatten. Es war sehr lecker und lustig. Hatte sich doch die Crew der Mona Lisa, die in der Nachbarbucht ankerte, sich uns angeschlossen. Einen Riesenschock erlitten allerdings alle, als es ans Bezahlen ging. Alle sammelten ihre letzten Kunar zusammen und ziemlich blank zogen wir im Dunklen davon zu unseren Booten.

Bei den Engländern an Bord, die in unserer Bucht an einer Boje lagen gab es noch einen Absacker, dann fuhr uns unser Captain Daniel mit dem feuchten Dinghi zu unserem Boot.

Es war mal wieder fast windstill, als wir von Mali Losinj nach Unije fuhren. Südlich von Unije sahen wir dann aber zum Trost einen springenden Delfin.

In zwei Stunden bretterten wir über den Kvarner und ankerten um 12 Uhr vor der Windsurfstation an der Prementurahalbinsel. Meine Crew wollte mal Stund-Up-Paddeln ausprobieren. Eine Stunde Herumturmen und Paddeln brachte viel Spaß und Gelächter.

Dann war es auch schon wieder Zeit, nach Pula zurückzukehren. 16:30 bogen wir in die Hafeneinfahrt, erledigten das Tanken und machten in der ACI-Marina fest. Duschen, Check out und Abendessen im Jupiter standen auf dem Programm. Ich verteilte die Seemeilenbestätigungen und kleine, martitime Schlüsselanhänger. Von der Crew bekam ich Olivenöl und Feigenkekse aus Rab. Ich freute mich, dass es den jungen Leuten trotz Gewitter, Seekrankheit, schlecht funktionierenden und an Land fehlenden Toiletten und einem gerissenem Segel gefallen hatte. Sie hatten  viel Action gehabt und alles gut weggesteckt. 

Amfiteatra von Pula bei Nacht


Die bunten Krane in Pulas Werft

Windstille und viel Baden in Istrien 4.-11.8.2018

Segeltörns

Sonntag 5.8.2018

Mit der nächsten Crew fuhr ich Sonntag nach Einkaufen und  Sicherheitseinweisung zur Insel Levan. Dort machten die drei Jugendlichen (13,  -17 Jahre alt) den „Dinghy-Führerschein“, bevor sie uns alle zur Insel übersetzten. 

Dort tanzten Kroaten zu Rumtata-Musik in einer der Bars. Unsere Jugend war ganz begeistert. Bei Sonnenuntergang wählten wir unser Essen in der Strandbar. 
Zu dritt teilten wir Frauen uns einen abenteuerlich aussehenden Drachenkopf.

Der schmeckte hervorragend, kostete aber über 100€! Wir steckten alle ein Extra in die Bordkasse.

Am nächsten Tag überquerten wir den Kvarner und sahen nach 4 Seemeilen Delfine beim Jagen. Weiß spritzte das Wasser, wenn sie aus dem Wasser schnellten und wieder hineinstürzten.

Der leichte Wind ließ nach und auf 2/3 der Überfahrt machten wir einen Badestopp auf hoher See. Nach erstem Zögern genossen alle das Bad im blauen Meer und bewunderten den „magischen Stern“, den das Sonnenlicht um den eigenen Schatten herum ins tiefe Blau zaubert. Das Wasser ist so weich hier draußen!

Die Nacht und den Vormittag des Dienstages verbrachten wir vor Anker in der Vognišca-Bucht auf Unije. Dann war es wieder Zeit für einen Hafen und wir motorten nach Mali Losinj. 

Stadtbummel, Einkauf und Abendessen im Restaurant Lošijnsko Jidro. Ein feines Essen wurde uns da serviert! Das Lammfleisch aus dem Ofen war ganz zart.
Auf dem Rückweg verproviantierten wir uns mit Obst und Gemüse an einem Stand, der mit seiner malerischen Auslage lockte:

Die Jugend trieb sich noch bis nachts um drei in der Stadt herum. Wir legten trotzdem kurz vor 9 Uhr ab, um durch den engen Kanal zu fahren. Wieder Herzklopfen aber wir flutschten als erstes Segelschiff durch.

Westlich vom Leuchtturm an der Südspitze von Cres gibt es einen kleinen See. Den erkundeten die Jugendlichen nach dem Frühstück. Unter Wasser entdeckten wir im Sand zwischen den Felsen Unmengen von Seeigelschalen. Das große Tauchen begann. Alle konnten plötzlich tauchen und beluden das Beiboot mit Krebsrücken und Seeigeln. Wunderschön anzusehen!

Aus 8m Tiefe holte Samuel dann diesen Riesenseestern an Bord. Ganz fasziniert bestaunten wir das Tier und ließen es dann wieder frei.

Erst am späten Nachmittag fuhren wir zur Insel Oruda weiter, wo alle fasziniert durch das Säulenlabyrint der kleinen Insel tauchten. Kommentar eines unserer Jugendlichen: man fühlt sich wie ein Raumschiff, wenn man da hindurch  schwebt.

Nach dem schönen Sonnenuntergang …

…nachts Sternenhimmel gucken! Mit Martin hatten wir jemanden an Bord, der die Lage und Form vieler Sternbilder kannte und gut erklären konnte. So kamen wir zu unserer nächsten Delfinsichtung. Sternbild Delfin!

Am Donnerstag war Baden angesagt. Meine Vollmaske war standig im Einsatz. Emil, unsete Wasserratte, holte aus 8 m Tiefe eine Riesen-Taucherflosse hoch. Wir kamen erst gegen 13 Uhr los, weil es so schön war und umrundeten die Südspitze der Insel Mali Losinj. In der Engen Duchfahrt gab es Wind und wir hofften auf eine Brise draußen auf See. Doch das war nur der Düseneffekt. Kaum ein Hauch auf See. Also Ankern in der Bucht Balvanida und Klippenspringen in der Grotte. Begeistert tobten unsere Jungen den Felsen hoch und filmten sich beim Springen mit einer Gopro-Kamera. 

Am Abend ankerten wir westlich von Losinj. Vor der untergehenden Sonne zogen Delfine ihre Bahnen. Ein romantisches Erlebnis! Nachts bekamen wir die See zu spüren, die das Schiff leicht schwanken ließ. Das steigerte sich morgens zu einem Schaukeln und wir motorten früh los. Frühstück, Reis mit Ei gebraten, gab es unterwegs. Die See war wieder spiegelglatt und bei der Überquerung des Kvarners war waren wir von einer Armada Segelschiffe umgeben, die alke am Freitag nach Pula stebten. Ich wich weit vom Kurs ab und wir legten einen letzten Badestop ein. Als dann etwas Wind aufkam, ließ ich die Fock setzen und unsere drei jugendlichen Fenderreiter „ritten“ hinterher. Begeistert ließen sie sich durch das Wasser ziehen.

Segeltörn in Istrien 21.7.-…2018

Segeltörns

Am Freitag, d. 20.7.2018 flog ich nach ein paar Tagen „Urlaub“ nach Pula. Welch eine Überraschung: dort war Filmfestival und das Amfiteatra mit Lichtershow verzaubert.

Volksfestartige Stimmung in der ganzen Altstadt. Weil nebenbei auch noch Streetfood-Festival war, gab es überall was zu Naschen.

Am Samstagmorgen machte ich mich auf den Weg zur Marina Veruda. Die liegt etwas außerhalb der Stadt. Meine Zimmerwirtin hatte mir die Busverbindung beschrieben. Ich tigerte also los, latschte mit meinem Rucksack am Hafen entlang und erfragte die Marinapreise direkt in Pula (~100€/Nacht). Zur Bushaltestelle musste ich auf die andere Seite der Altstadt. Der Weg führte bergauf zur Festung. An der Touristeninformation deckte ich mich mit aktuellen Infos zum Kvarner-Gebiet ein.

Am Platz, wo der Bus abfährt, saß ich lange zum späten Frühstück in einem Café mit WLAN bevor ich mittags zur Marina fuhr. Dort kam ich 13 Uhr an. Der Vercharterer hatte Pause bis 14 Uhr. Die Zeit verging schnell bei einem leichten Walnuss-Crepe im Restaurant.

Dann konnte ich das Schiff übernehmen, eine Beneteau Cyclades 50.1, Baujahr 2007 namens „Mona Lisa“. 

Die schweizer Crew kam gegen 20 Uhr, da hatte ich schon etwas eingekauft, um sie zu begrüßen. Danach ging es ins Restaurant. Nachts zogen Gewitter durch.

Sonntag 22.7.2018

Nach der obligatorischen Sicherheitseinweisung legten wir mittags ab. Schöne Farben des Wassers und Ufers erfreuten uns. Der Wind kam von Nord und schob eine alte Welle vor sich her. Wir setzten das Vorsegel und eierten schwankend nach Süden. Der Kurs ist prädestiniert zum Hervorrufen von Seekrankheit und bald ging es zweien nicht mehr so gut. Da am Kap Kamenjak auch noch Kreuzwellen dazu kamen, liefen wir unter Motor schnell auf die windabgewandte Seite des Kaps und ankerten in einer tiefen Bucht vor Medulin. Baden, Salat essen und entscheiden, wohin in der Nacht. Da alle Vorhersagen nachts wieder Gewitter androhten, fuhren wir in die teure ACI-Marina Pomer. Da erfuhren wir, dass es keinen Rabatt auf die Onlinebuchung gibt, wie ich verstanden hatte, sondern einen Aufschlag von 10%! Die spinnen doch!

Die Duschen und der kleine Pool entschädigten. Aber, dass das Restaurant keine Kartenzahlung akzeptierte war wieder ein Manko.

Montag 23.7.2018

Nachts sah ich ein Wetterleuchten, aber es kam kein Gewitter. 

Ich hatte den Vercharterer wegen fehlerhafter und offener Nähte am Vorsegel um Reparatur gebeten. Zwei Mitarbeiter kamen von Pula herüber gefahren und brachten nichts, außer ca. 2m Segeltape mit. Der Wind hatte aufgefrischt und sie wollten nichts machen. Aber ich bestand darauf. Mit einem eingerissenen Segel fahre ich nicht. Alle packten mit an, um das Vorsegel zu bändigen und so weit herunter zu holen, dass die Nähte getapt werden konnten.

Beim Aufziehen des Segels nutzten sie die Elektrowinsch und fuhren unsere, über Nacht so schön aufgeladenen, Batterien leer. Mist, mit leeren Batterien losfahren ist nicht schön. Lädt doch die Lichtmaschine nur beim Motoren.

Am Mittag wehte frischer Nordostwind. Diesen nutzten wir um über den berüchtigten Kvarner zu segeln. Mit gerefften Segeln sausten wir in drei Stunden über die Wasserstraße zur Insel Unije. Diese bot mit ihren tief eingeschnittenen Buchten guten Schutz vor Wind und Welle. Wir ankerten in der Bucht Vognišca. 

Herrlich dieses kristallklare Wasser. Am Ufer bizarre Felsformationen, wo sich unter Wasser Einsiedlerkrebse mit erbeuteten Schneckenhäusern dahinschleppen, Fische sich tummeln und Seeigel an Fels hängen. Schön anzusehen beim Schnorcheln.

Abend liess ich noch mal für eine Stunde den Motor laufen, um über Nacht genug Saft für das Ankerlicht und Kabinenbeleuchtung zu haben.

Dienstag 24.7.2018

Wir haben einige Frühaufsteher dabei. So kamen wir schon um 10 Uhr los. Außerhalb der geschützten Bucht waren Schaumkronen zu sehen. Da wir mit raumen Wind segeln wollten, ließ ich das Vorsegel gerefft stehen und wir zogen mit 5 kn südwärts. Im Osten liegt die Insel Losinj mit einem sehr hohen Berg. Ich argwöhnte,vdass von diesem Fallböen geschossen kommen und behielt das Wasser im Auge. Und tatsächlich sah ich, dass zusätzlich zu den schon vorhandenen Schaumkronen, weißes Wasser dazu kam. Gischt, die vom Wind hochgerissen wird. Wir refften die Fock noch weiter und dann trafen die Fallböen ein. 6 kn Fahrt! Wir sausten in leichter Schräglage dahin, wenn eine Bö ankam. Mit dem kleinen Segel liess sich die „Mona Lisa“ super fahren. 

In der Durchfahrt zwischen Losinj und Mali Losinj ankerten wir in der Bucht Artaturi. Baden, schnorcheln, sonnen, abends essen im Restaurant Eki.

Am nächsten Morgen um 9 Uhr ging es durch den engen Kanal. Der wird von einer Drehbrücke überspannt, die nur zwei Mal am Tag öffnet.

Das war schon beängstigend, wie eng der Kanal von Bord eines so breiten Schiffes wirkte. 

Quelle: Karin W.

Gegenüber, im Süden der Insel Cres, ankerten wir und frühstückten in Ruhe.

Dann fuhren wir nach Rab,aber der Stadthafen war belegt von Ausflugsbooten und in die teure ACI-Marina, die auf Vorausbuchung mit 20% Aufschlag bestand, wollten wir nur eine Nacht. Also ankerten wir in der Nachbarbucht, badeten und fuhren mit Dinghy an Land. Auf dem Weg in die Altstadt entdeckten wir ein „Geheimtipp“-Lokal und kehrten ein. Hier im „Borik“ bekamen wir das Beste Essen des ganzen Urlaubs. Wirklich gut.

Gesättigt spazierten wir durch ein Wäldchen in die Altstadt und wurden gleich von Armbrustschützen und Blumenmädchen begrüßt. Mittelalterfest oder Rabska Fjera war hier. 

An Ständen mit Schmieden, Keramik, viel Schmuck und Blumengirlanden flanierten wir vorbei, wie viele andere auch.

Leona, Leonarda und Justina an ihrem Stand mit den lustigen Ideen.

Ein buntes Gewimmel in den alten Gasden in der sehr warmen Nacht.

Am Westufer war ein Fischerdorf nachgestellt mit Feuern und Grills, auf denen dicke Thunfischstücken über der Glut garten.

Von hier aus gingen wir über den Uferweg zum Dinghy zurück und fuhren zum Boot.

Am nächsten Tag fuhren wir dann in die ACI-Marina und begegneten auf dem Weg in die Stadt Jack Sparrow. Sorry; „Captain“ Jack Sparrow.

Stadtbummel und Abendessen in der Altstadt von Rab.

Weinkeller mit Gemälden:

Verwinkeltes Atelier:

Schmale Gassen und überall Gastronomie:

Aufmarsch eines Spielmannzuges:

In der Marina war ein gut sortierter Bootsausrüster, wo ich ein Signalhorn und eine schweizer Flagge erwarb. Die wurde dann gleich mit Nationalhymne gehisst.

…bevor wir ablegten und auf dem offenen Meer an einer flachen, steinigen Insel ankerten. Das Meer war spiegelglatt.

Wir tauchten zwisvhen den Steinsäulen des Inselchens und genossen die kommenden Himmelsereignisse, wie Sonnenuntergang…

…Blutmondaufgang…

…und Mondfinsternis, beobachteten Venus, Jupiter und Mars, verfolgten Satelliten und die ISS und sahen Sternschnuppen. Auch die Milchstraße war gut zu sehen, bis der Vollond aus dem Erdschatten trat und alles überstrahlte. Wir waren alle begeistert, lagen an Deck und sahen in den Sternenhimmel. Eine wirklich magische Nacht.

Viele Seeigel, Muscheln und Schnecken wurden beim Tauchen am nächsten Tag „erbeutet“. Beim Weitersegeln nach Süden machten wir ein bischen Navigation.

Im Kanal von Ilovik machten wir an einer Boje dicht vor einem Restaurant fest. Ein Antonio kam zum Kassieren. Auf der anderen Kanalseite waren fast alle 60 Bojen belegt.

Die Crew hatte sich für das Restaurant Bufett Porto entschieden, mit Blick auf das kleine Fischerhafenbecken. Hier gab es eine leckere Spezialität: Bosnischer Topf, zartes Rindfleisch in Kohl und anderem Gemüse.

Am nächsten Morgen kam das Bäckerboot vorbei. Hmm, frisches Brot und Apfelstrudel!

In einer steinigen Bucht, wo wir eigentlich eine Grotte suchen wollten, gab es keinen Sand auf dem Grund. Also ließ ich die Crew Landleinen ausbringen und das Schiff daran festmachen. 

An Land gab es dann Kristalle zu entdecken. Der Hammer wurde geholt und bald hallten die Klopfgeräusche über die Bucht.

Über Nacht wollte ich hier, in der zum Meer hin offenen, Bucht nicht bleiben. Also lso Leinen los und „ums Eck“ zur nachsten Insel. Unterwegs spürten wir am Ruder schon die langgezogenen Wellen von See. Gut, dass wir da draußen weg waren und ins geschützte Inselgebiet fuhren. Am Südende der Insel Olib ankerten wir kurz vor Sonnenuntergang.

Happy Sailing am nächsten Tag. Ab hier ging es wieder nach Norden zurück.

An der Westseite von Mali Losinj gibt es tiefe Buchten. In einer davon ankerten wir und aßen in der Konoba Balvanida zu abend. Dort haben sie einen großen Oven, wo man gebackenes Lamm oder gebackenen Oktopus bekommen kann (Peka).

 Hier gab es dann auch endlich eine Grotte, noch dazu eine, von deren oberer Kante man ins Wasser springen konnte. Aus 7 Metern höhe sprangen unsere mutigen Jungs da herab, einer sogar mit Salto. Hut ab!

Beim Ankern kann auch mal eng werden, aber mit Freundlichkeit und Voraussicht klappt eigentlich alles. 

Wenn auch nicht zu hundert Prozent. Nachts um ein Uhr drehte der Wind und unser Nachbarboot „Idefix“ kam uns nahe. Er hatte eine leichtere Kette als wir und wurde dadurch mehr bewegt. Ich sah nach, wieviel Kette wir noch hatten, startete den Motor und ließ die letzten 5m hinab. Das vergrößerte den Abstand zum Schiff, verringerte allerdings den Abstand zum Ufer. Trotzdem beschied uns dies Manöver einen ruhigeren Schlaf.

Dann wurde es mal wieder Zeit für einen Hafen, um einzukaufen, zu shoppen, Eis zu essen, Batterien zu laden und Wassertank aufzufüllen. In Mali Losinj legten wir jn einem fast leeren Hafen an, der sich ab 17 Uhr rasant füllte. Boot nach Boot kam rein und wurde festgemacht. Da die Duschen dort extra kosten, sah man viele Leute sich auf ihren Booten am Steg duschen. Ein Gewimmel!

Es war heiß in der Stadt! Ich baute mir aus dem Bettzeug einen Windsack, der die frische Luft in meine Kajüte leitete. 

Am nächsten Morgen wollten alle nur noch raus aus dem Hafen. Wir hatten es so eilig, dass wir vergaßen, dort zu tanken. Aber das macht nichts, es gibt noch mehr Tankstellen.

Als der Wind nachließ, stoppten wir auf offener See und badeten da draußen im herrlich blauen Wasser. 

Da 1.August und somit schweizer Nationalfeiertag war, versuchte sich die Crew im „Arschbomben“-Feuerwerk und alle sprangen zugleich ins Wasser. 

Ein Gelächter hinterher! Herrlich!

Dann zogen wir drei Fender hinterm Schiff her und übten Fenderreiten. Alle waren erstaunt über die Kraft und den Druck des Wassers bei schon geringer Fahrt von 2-3 kn.

Dann wieder einmal Happy Sailing zwischen den Inseln hindurch. Wir segelten am Wind mit einer Geschwindigkeit von über 8kn!

Am frühen Nachmittag ankerten wir in der tief eingeschnittenen Bucht Vognišca auf der Insel Unije. Hier warten wir den angekündigten NW-Wind ab und wollen am nächsten Tag bei Nordostwind über den Kvarner ans Festland zurück.

Die Überfahrt am Donnerstag war erst recht stürmisch. Aber die „Mona Lisa“ mag das. Mit Fock und gerefftem Großsegel kreutzten wir zwischen Unije und Losinj auf den Kvarner hinaus. Mit halbem Wind ritten wir flott über die Wellen. Später drehte der Wind und wir fuhren am Wind auf die Bucht von Medulin zu. Nach fünf Stunden ankerten wir gegen 15 Uhr in der Bucht von Medulin nahe der Insel Levan. Ein schöner Segeltag!

Der Nachmittag verging mit Baden, Sonnen, Lesen. 

Am Strand der Insel gibt es drei Strandbars. Dorthin ging es am Abend.

Mit Blick auf die Bucht saßen wir im warmen Sonnenschein, fächerten uns Luft zu, da kein Hauch wehte. Der Schweiß floss in Strömen.

Der Weg zur Toilette dauerte lange, denn auf mehreren Infotafeln gab es was zu Lesen zu Fauna und Flora der Insel.

Eine Eidechse beobachtete, wer vorbei ging. Dann kamen die Getränke.

Bei Sonnenuntergang kam das kleine Boot, das Trinkwasser auf die Insel liefert ( unten links im Bild).

An Land 16.-17.7.2018

Mistral

Montag 16.7.2018

Heut ist der Krantermin. Gegen 11 Uhr fuhr ich zur Marina. Ein Boot wurde gerade aus dem Wasser gehoben und ich unterhielt mich nett mit den Eignern, Ann und Paul aus Belgien. Dann verschwanden sie und ihr Boot auf dem weitläufigen Marinagelände. Ich suchte die Waschmaschinen und wusch die Bettwäsche und Handtücher. Das Kranen dauerte noch, ein Motorboot mit Problemen blockierte den Kran. Inzwischen war die Wäsche fertig und ich dekorierte damit das Boot. 

Dann war der Kran frei und schob sich über die Mistral. Die Lifting-Crew schob die Gurte unter das Boot und dann hob der Kran mein Boot aus dem Wasser.

Mit einem Hochdruckreiniger wurde das Unterwasserschiff vom Bewuchs befreit. Dann kam ein Traktor mit Auflieger. Darauf wurde das Boot abgesetzt.

Und immer noch flatterte die Wäsche auf dem Boot. Ein etwas seltsamer Anblick, ich weiß. Dann fuhr mein Bootvzu seinem Stellplatz inmitten von vielen hundert anderen Yachten. 

Als es sicher stand, machte ich mich an die Inspektion des Unterwasserschiffs. Ich hatte ein paar Osmosebläschen erwartet, aber es waren eine Menge.

Wenn ich mit dem Spachtel in ein Bläschen stach und daraus eine säuerlich riechende Flüssigkeit austrat, hatte sich Wasser im Glasfaserkunststoff angesammelt. Mit der Zeit löst das Wasser sich und bildet mit dem Harz eine Säure. Die Substanz ist dann nicht mehr fest.

Mit dem Messer schabte ich das lose Zeugs weg, und noch ein bischen mehr. Es war zu merken, wo die Osmose zugeschlagen hatte. Der Kunststoff war ziemlich weich und leichtbzu entfernen. Gesunde Substanz konnte ich mit dem Messer kaum anschneiden.

Je länger ich am Boot arbeitete, um so besser entdeckte ich Osmoseanzeichen. Flache Beulen, Pickel, feuchte Stellen, kleine Locher in der Farbe… Immer wieder entdeckte ich Osmoseschäden. Das Boot war jetzt ein Jahr und drei Monate ununterbrochen im Wasser gewesen. Jetzt kann es mal austrocknen. Deswegen kommt mir die Pause gerade recht. Auf dem Wasser ist es voll, oft windstill und heiß. Die Wärme sorgt jetzt hoffentlich fur ein gut durchgetrocknetes GFK, da wo ich es aufgebohrt habe.

Sechs Stunden dauerte es, dann hatte ich Blasen an den Händen und schmerzende Arme.  Dann ging die Sonne unter, aber ich war noch nicht fertig. Ich hatte mir vorgenommen, den Motor mit Essig und Süßwasser durchzuspülen. Das Seewasser muss ja nicht die ganze Zeit am Motorblock fressen. Zum Glück habe ich mir eine gute Marina ausgesucht, die Wasseranschluss auch an den hintersten Plätzen hat. Schlauch angeschlossen und bis zum Wasserfilter gelegt. Kühlwasserzuläufe zu, Wasserfilter auf, Motor starten und Wasser marsch.

Dann hatte ich mir das Abendessen in der Taverne am Meer aber verdient. Ein frischer, warmer Wind wehte übers Ionische Meer und ließ die Fahrwassertonnen wie verrückt tanzen.

Dienstag, 17.7.2018

6:30 klingelte der Wecker? Wieso das? Ich will doch gar nicht so früh lossegeln, dachte ich verschlafen. Nur langsam kam mir zu Bewußtsein, dass ich noch viel zu erledigen hatte und um 8:30 das Taxi zum Flughafen wartete.

Tee kochen, Gas abdrehen, Rucksack packen, Sprayhood und Windfahne abbauen und verstauen, Luken abdecken, Baumpersenning umwickeln, damit sie nicht flattert,  Batteriehauptschalter aus…..

Ich habe es knapp geschafft….

Zum Glück ist der Flughafen dicht bei Preveza, keine 10 min Autofahrt.

Dann hob ich ab und hatte einen tollen Blick auf Preveza und das Marinagelände, wo die Mistral steht.

Noch eine Kurve und da hinter der Tragflache liegt die Insel Levkas, nur durch flaches Wasser und den Kanal vom Festland getrennt.

Man kann auch gut erkennen, wie wenig weit Flughafen und Marinagelande entfernt sind. Danke den Seglern, die mir Preveza emofohlen hatten.

Ionische Inseln 14.-15.7.2018

Mistral

Samstag 14.7.2018

Tschüß Sivota

Nach einem ausgiebigem Frühstück im Bakery Café mit griechischem Kaffee, Fruchtsaft und einem Crepes, gefüllt mit Feta und Salat, erledigte ich noch den Einkauf: 2 Tomaten, 1Paprika, 1 Zucchini, 2 Nektarinen und 4 Flaschen Wasser. Das sollte zusammen mit dem, was noch an Bord war, für die nächsten zwei Tage reichen. Gegen 13 Uhr konnte es wieder los gehen. 

Die Häuser hier sehen so gar nicht griechisch aus

Außerhalb der Bucht wehte es schon schön, aus Südwest. Ich wollte nach Meganisi und in einer der Buchten an der Ostseite ankern. Nördlich durch die Enge zwischen Lefkas und Meganisi oder südlich um den langen Haken herum?

Die enge Durchfahrt ist berüchtigt für drehende Winde. Ich entschied mich für das offene Wasser und preschte unter Fock und gerefftem Großsegel nach Südosten. Der Wind drehte etwas, so dass er erst im rechten Winkel von der Steuerbord wehte (Halbwind) und später mehr von hinten kam (raumer Wind). Es hatten sich auch schon Wellen aufgebaut, die ab und zu Schaumkronen trugen.

Im Süden des langen Zipfels von Meganisi liegt eine unbewohnte Insel. Ich überlegte, ob ich dazwischen hindurch segeln sollte. Aber da hätte ich den Kurs so ändern müssen, dass der Wind und die Wellen genau von achtern kommen. Ein ungemütlicher, schwankender Kurs mit geringerer Geschwindigkeit. Und was der Wind dann hinter der grasbewachsenen Insel treiben würde, war nicht vorhersagbar. Ich fuhr außen herum.

Eine Halse im Süden von Meganisi brachte mich auf den Kurs zu den Buchten im Osten. Die Buchten sind tief und es gibt hier viel Seegras. Ich suchte zum Ankern nach einer sandigen Stelle mit maximal 8 m Wassertiefe. Nicht so einfach! Waren doch die schönsten Plätze jetzt am Wichenende schon mit Ausflüglern belegt. Beim ersten Ankerversuch hielt der Anker nicht, als ich rückwärts fuhr. Der helle Fleck da unten war doch kein Sand sondern Reste von Seegraswurzeln.  Aber in der nächsten Bucht klappte es dann.

Ich fand einen Platz etwas abseits der Boote, die sich dicht an dicht vor dem steinigen Strand drängelten. Gegen Abend schlief der Wind wieder ein und auch die Zikaden verstummten.

Sonntag 15.7.2018

Windstille am Morgen, auch noch als ich gegen 11 Uhr startete. Ich wollte durch den Lefkas Kanal nach Preveza. Das waren ca.20 Seemeilen, davon 4 1/2 Seemeilen Kanalfahrt mit Drehbrücke am Ende.

Ich hoffte auf auffrischenden Wind, aber ich fühlte immer nur leichten Fahrtwind von vorn, als ich unter Motor Kurs auf die Enge zwischen Lefkas und  Festland hielt. Eine leichte Brise reichte anderen Seglern zu kreuzen. Aber ich hatte den Jaich von achtern. Er verringerze den kühlemden Fahrtwind so, dass ich schweißgebadet im Cockpit unter meinem Biminiersatz im Schatten saß.

Dann traten die Ufer immer näher, zwei Tonnen markieten die Einfahrt in den Lefkas Kanal. Man sollte sich bei der Port Control melden, bevor man in den Kanal fährt. Aber ich bekam keine Antwort. Ein ganzer Schwung Boote kam aus dem Kanal, ich fuhr gegen 13:30 Uhr hinein. 

Mir erschien der Kanal sehr breit, Platz genug für sich begegnende Boote, einander auszuweichen. Kein Vergleich mit den Kanälen, die ich im Winter befahren hatte.

Rechts und links breiten sich überschwemmte Marschwiesen aus. Dahinter hohe Berge. Der höchste Berg auf Lefkas ist über 1000m hoch.

3,5 Seemeilen waren es bis Lefkas Marina. Laut Handbuch sollte man im Kanal nur 3 kn fahren. Es dauerte also über eine Stunde, bis ich den Mastenwald der Marina erreichte. Ich hatte bis zur nächsten Brückenöffnung um 15 Uhr genug Zeit. Ein Straßendamm trennt Kanal und Meer. Dicht vor der Straße ankerte ich in einer Kanalbiegung mit dem Heckanker, schnippelte mir einen Salat und verspeiste ihn. 10 Minuten vor der Brückenöffnung holte ich den Anker hoch und schloß mich den Booten an, die auf die Brücke zu fuhren.

Die Klappbrücke erwies sich als eine Fähre, deren beide Enden hoch klappten und die sich dann selbst zu einer Uferseite wegdrehte.

Dann noch im Zick-Zack um die Sandbank rum kurven und hinaus aufs Meer!

Das tat gut! Eine leichte Brise wehte und mit dichg geholten Segeln konnte ich hart am Wind direkt Preveza ansteuern, das in 5 Seemeilen Entfernung am rechten Ufer lag. 

Ahhh! Sonntagssegeln! Herrlich. Wir berauscht genoß ich den leichten Wind und die Fahrt. 

Ein bischen Wehmut machte sich da breit, waren das doch jetzt die letzten Meilen mit der Mistral für die nächsten Wochen. Sie kommt fur 6 Wochen an Land. 

Mir raumem Wind bog ich dann in das Fahrwasser nach Preveza ein, rauschte daran vorbei und in den Golf vom Amvrakia hinein. 

Ein kleines Binnenmeer mit flachen Ufern. Auch hier springen, wie in der Lagune von Syrakus, die Fische in die Luft und platschen dann, mit dem Rücken zuerst, ins Wasser.

Ich lag schön ruhig vor Anker, genoß den warmen Wind und den letzten Abend auf dem Wasser.

Mich laust der Affe, eben hab ich eine Robbe gesehen! Gibt es hier Robben oder war das ein großer Fischotter?

Windstille, Seenebel und Fallböen auf der Fahrt nach Lefkas 13.7.2018

Mistral

Freitag der 13.

Eigentlich soll man ja nich Freitags auslaufen, schon gar nicht an einem 13. 

Aber das gilt nicht für mich, bin ich doch ein Sonntagskind und am 13. geboren. 

Die vier Ziegen der Bucht (drei weiße, ein schwarzer Bock) begrüßten mich meckernd, als ich heute bei Sonnenaufgang aus dem Salon guckte. Das Cockpit war vom Nachttau pitschnaß. Ganz schön feucht hier auf den Ionischen Inseln!
Da die nächsten Tage Nordwestwind einsetzen sollte wollte ich von der kleinen Insel Antipaxos weg. Nach Lefkas Süden sind es über 40 Seemeilen, also früh aufbrechen, damit nachmittags genug Zeit zum Ankerplatzsuchen bleibt. Tee gekocht, Rührei mit Gemüse zum Frühstück und Anker auf um 7:30 Uhr!

Bei leichter Brise legte ich ab. Sie reichte aber nicht zum Segekn. Also motoren über leicht gekräuseltes Wasser!

Vom Festland her kam eine wriße Wolkenwand. Das sah nach Seenebel aus, wie ich ihn von der Ostsee kannte. Aber da kommt der von See!

Der Nebel kam heran und auch Quietscheentchen schaute besorgt. Wie war das noch? Bei verminderter Sicht, Fahrt verringern und Schallsignal geben. Doch welches?  Ach ja, ich motore, also bin ich ein Maschinenfahrzeug. Alle Minute ein langer Ton von 4 Sekunden Dauer.

Ich legte alle Signalgeber bereit und auch das Funkgerät. Hinter mir war noch eine Motoryacht, leicht an Backbord. Zur Sicherheit drehte ich ein wenig nach Steuerbord und schaltete das AIS ein. 

Und schon kamen zwei Warnungen. Die Yacht hinter mir holte auf und eine Fähre fuhr von Süd nach Nord. Beide hörte ich im Nebel tuten und ich tutete zurück. 

Eine gute Erfahrung. Es funktioniert. Ich konnte die beiden auch ohne AIS orten, nur nach ihren Signalen. 

Manchmal lichtete sich der Nebel, dann wieder zog es sich zu. Der Nebel war so feucht, dass sich Tropfen in den Haaren und an der Brille bildeten.

Gegen 11Uhr war der Nebel weg, nur noch an den Küsten waberte er herum. Im Norden tutete es öfter mal, auch als ich schon lange, das 25 Meilen entfernte Lefkas sehen konnte.

Laut Windvorhersagen sollte heut starker Wind einsetzen, aber es blieb windstill.

Bei diesem glatten Wasser stoppte ich sogar mal das Boot und ging auf offenem Wasser schwimmen. Herrlich! So blau und weich wie da draußen ist das Wasser nirgends

Dichter unter Land wurde das Wasser hellblau! Das kam von der bröckligen Steilküste. Der Sand löste sich im Wasser und hellte das Wasser auf.

Irre, dieses Blau! Ich hatte mir schon einen Strand ausgesucht, vor dem ich ankern könnte, da setzte dich endlich gegen 15 Uhr ein Hauch Wind ein! 

Er steigerte sich langsam und schob das Boot am Leuchtturm vorbei und ums Eck. Dann kam natürlich, was hinter hohen Bergen kommen musste: Fallböen. Und zwar richtig heftige, mit Wellen und Schaumkronen.

Fallböen! Entchen steckt den Kopf unter die Flügel

Ich holte die Genua runter und setzte die Sturmfock. Dazu ein bischen Großsegel. Die Kombination brachte uns sicher durch die kabbelige See an der Südküste Lefkas. 

32 kn Wind!

Mein Ziel war die Bucht Sivota. Ich hatte kaum noch Obst und Gemüse an Bord und außerdem Appetit auf Gaststättenessen.

Bei steifen Böen holte ich in der Buchteinfahrt die Segel runter und motorte hinein. Ich suchte mir einen Liegeplatz mit Bug gegen den Wind und landete am Steg von Yannis. Nagelneue, saubere Mooringleinen wurden mir angegeben, mit denen ich das Boot nach achtern spannte. Die Vorleinen übernahm ich dann von Yannis, der sie schön um die Klampen gelegt hatte. 

Super! Strom und Liegeplatz frei. Das Essen gibt es am Ende des Steges in der Taverne, von der ich einen guten Blick über die sehr volle Bucht habe.

In einem der Souvenirläden habe ich eine griechische Flagge bekommen. Die hisse ich morgen. Ist ja schließlich eine höfliche Geste, die Gastlandflagge an Steuerbord zu führen.